Glossar

Das Himmeltau-Lexikon

Von „B” wie Ballaststoffe bis „V” wie Vollkorn

Im Glossar erklären wir wichtige Begriffe zu unseren Produkten und der Gesundheit Ihres Kindes.

Ballaststoffe

Der Begriff "Ballaststoffe" stammt noch aus einer Zeit, in der man diese Nahrungsbestandteile als "überflüssigen Ballast" angesehen hat. Es handelt sich bei den Ballaststoffen meist um Kohlenhydrate, die vom menschlichen Körper nur zu einem sehr kleinen Teil verwertet werden. Der Energiegewinn durch Ballaststoffe (2-3 kcal/g) ist aufgrund der geringen zugeführten Mengen zu vernachlässigen. 

Die gesund erhaltende Funktion der Ballaststoffe beruht darauf, dass sie im Magen-Darm-Trakt stark aufquellen. So wird das Volumen des Nahrungsbreis erhöht, der Verdauungsprozess verlangsamt und es wird gründlicher verdaut, wodurch eine länger andauernde Sättigung erzielt wird. Ähnlich einer Bürste „putzen“ Ballaststoffe den Darm, binden Schadstoffe und beugen einer Verstopfung vor. Die Aufnahmeempfehlung von 30 g Ballaststoffen pro Tag wird häufig nicht erreicht. Wertvolle Ballaststoffe in Getreideprodukten wie Haferflocken, Grießbrei oder Obst und Gemüse schaffen Abhilfe.

Beikost, Beikostbeginn

Die ersten vier bis sechs Monate sind relativ einfach für die Versorgung des Kindes. Muttermilch und Anfangsnahrung stillt den Hunger und den Durst. Aber nach und nach beginnt das Kind den Löffel zu entdecken und nimmt immer mehr teil am Alltag der Familie. Spätestens ab dem 7. Lebensmonat ist der Nährstoff-Bedarf für Ihr Kind höher und muss durch zusätzliche Nahrung gedeckt werden. 

Als Zwischenstufe zwischen ausschließlicher Milchnahrung und alltäglicher Familienkost dient die Beikost-Phase. Ein Getreidebrei – ergänzt mit Obst, Gemüse und/oder Fleisch - vergrößert das Nahrungsangebot für das Kind und führt langsam an die allgemeine Familienkost heran.

Die Beginnzeiten für die Beikost-Phase werden sehr kontrovers diskutiert und führen oft zu Verwirrung.

Generell gilt: 

  • Beikost vor dem 5. Lebensmonat ist normalerweise nicht notwendig. Frühes Zufüttern erhöht das Allergierisiko!
  • Ab dem 5. Monat ist Beikost möglich, weil die Entwicklung des Darms und der Niere soweit abgeschlossen ist, dass neue Lebensmittel gut vertragen werden. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt, Säuglinge 6 Monate voll zu stillen und erst ab dem 7. Lebensmonat mit Beikost zu beginnen. In der Praxis ist ein Beikost-Beginn also ab dem 5. Monat und spätestens mit Beginn des 7. Monats möglich.
  • Ihr Kind signalisiert Ihnen den optimalen Beginn für Beikost durch intensivere Teilnahme an den Vorgängen rund ums Essen, greift in den Teller und kaut an allem, was es in die Finger bekommt.
  • Nicht mit Beikost beginnen, wenn das Kind durch Krankheit, Zahnen oder Ähnliches belastet ist!
Calcium

Calcium kommt im Körper in größerer Menge als jeder andere Mineralstoff vor, insgesamt 1000-1400 g bei einem Erwachsenen. Ungefähr 99 % davon sind zusammen mit Phosphor in Knochen und Zähnen gebunden und sind damit lebenswichtig für deren Entstehung und ständige Erneuerung. Das Calcium verleiht den Knochen ihre Festigkeit. Das restliche Calcium hat im Körper vielfältige Aufgaben zu erfüllen, z.B. bei der Signalübermittlung zwischen den Zellen, bei der Übertragung von Nervenreizen, bei der Muskelkontraktion inklusive der Herztätigkeit und der Blutgerinnung.

Eine ausreichende Calcium-Aufnahme im Kindes- und Jugendalter spielt eine große Rolle für die Einlagerung im wachsenden Knochen. Schwangere und Stillende benötigen zusätzlich Calcium für das Knochenwachstum des Kindes bzw. wird über die Muttermilch Calcium an den Säugling weiter gegeben.

In Mangelzeiten wird auf das vorhandene Calcium im Knochen zurückgegriffen, um die für die anderen Funktionen wichtige Calcium-Konzentration im Blut zu gewährleisten. Wird viel Calcium aus dem Knochen herausgelöst, nimmt die Festigkeit ab und er wird leicht brüchig. Eine calciumreiche Ernährung in allen Altersstufen wirkt diesem Knochenschwund (Osteoporose) entgegen.

Weitere Mangelsymptome sind Muskelkrämpfe und Herzprobleme mit Bluthochdruck. Die Gefahr einer Überversorgung mit Calcium besteht nicht, da der Körper selbst den Calciumspiegel im Blut regelt. 

Grüne Gemüsesorten (Kohl, Fisolen, Brokkoli, Rucola), Sesam, Mohn, Milch und Milchprodukte sind besonders gute Calcium-Lieferanten. 

Eisen

Eisen ist das am weitesten verbreitete Spurenelement im menschlichen und tierischen Organismus. Der Gesamteisenbestand eines Erwachsenen beträgt zwischen 2,5 bis 4 g Eisen. Mehr als 60 % des Eisens befindet sich als wichtiger Baustein im roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) und sorgt für den Sauerstofftransport im Körper. Weiters ist Eisen Bestandteil vieler Enzyme des Energiestoffwechsels. Als Muskelfarbstoff Myoglobin ist Eisen für die Speicherung von Sauerstoff im Muskel verantwortlich. 

Bei einer Unterversorgung mit Eisen kommt es zu Blutarmut (Anämie). Die Symptome eines Eisenmangels sind Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Erschöpfung, blasse Gesichtsfarbe und eine spürbare Leistungsminderung.

Eisen aus tierischen Lebensmitteln (Fleisch und Fleischprodukte, Eier) ist für den menschlichen Körper besonders gut verwertbar. Etwa 20 % des vorhandenen Eisens werden aufgenommen, demgegenüber stehen 2-7 % Verfügbarkeit aus pflanzlichen Lebensmitteln. Grund dafür sind pflanzliche Inhaltsstoffe wie Oxalsäure, Phytinsäure, Calcium, Phosphat und Tannine, die mit Eisen schwerlösliche Komplexe eingehen und das Eisen schwer verfügbar machen. Spinat hat zwar einen relativ hohen Eisengehalt, ist aber wegen seines hohen Oxalsäuregehalts nicht wirklich eine gute Eisenquelle. Die Eisenausnutzung wird aber durch Vitamin C (Zitronensaft, Orangensaft, Fruchtzucker) verbessert. 

Milch und Milchprodukte wirken sich ebenfalls hemmend auf die Eisenaufnahme aus. Industriell gefertigte Säuglings- und Babyprodukte haben den Vorteil, dass diese mit Eisen angereichert sind. Bei rein pflanzlicher Ernährung sind große Mengen an Nahrung für eine ausreichende Versorgung notwendig. Bei Babys und Kleinkindern ist die Menge, die sie verspeisen können, allerdings begrenzt. Die Beigabe von kleinen Mengen Fleisch ist daher unbedingt empfohlen und unterstützt das gesunde Wachstum. Schwangere und stillende Mütter sollten wegen des erhöhten Bedarfs ebenfalls auf eine ausreichende Eisenzufuhr achten.

Beispiele für pflanzliche Lebensmittel mit hohem Eisengehalt sind Haferflocken, Hirseflocken, Karfiol, Kohl, Brokkoli, Fenchel, Vogerlsalat, Äpfel, Bananen, Marillen.

Eiweiß

Eiweiß (Protein) bildet neben den Kohlenhydraten und den Fetten den Hauptbestandteil der menschlichen Ernährung. Eiweiß besteht aus großen Molekülen, die ihrerseits aus Aminosäuren zusammengesetzt sind. Sie sind die Grundbausteine allen Lebens. Jedes Eiweiß ist ganz individuell aufgebaut, d.h. die Aminosäuren stehen in einer bestimmten Reihenfolge. Jede Eiweißart besitzt dadurch ganz spezifische Eigenschaften. Das körpereigene Eiweiß wird aus etwa 20 verschiedenen Aminosäuren aufgebaut. Man unterscheidet zwischen nichtessentiellen Aminosäuren, die im Körper synthetisiert werden und den 10 essentiellen Aminosäuren, die nicht vom Körper aufgebaut werden können und mit der Nahrung zugeführt werden müssen.

Eiweiß (Protein) erfüllt in allen Bereichen des Körpers wichtige Aufgaben:

  • Als Transportprotein – so transportiert z.B. Hämoglobin den wertvollen Sauerstoff.
  • Als Speicherproteine speichert z.B. Ferritin das Eisen
  • Enzyme und Hormone steuern und bewirken umfangreiche Prozesse unseres Körpers
  • Eiweißmoleküle unterstützen als Antikörper unsere Immunabwehr
  • Eiweiß unterstützt die Übertragung von Nervenimpulsen

Eiweißmangel führt, besonders im Wachstumsalter, zu körperlicher und auch zu geistiger Unterentwicklung. Die Leistungsfähigkeit und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Infektionen sinken bei ungenügender Eiweißzufuhr. In westlichen Industrieländern tritt dieses Problem sehr selten auf, da im Durchschnitt doppelt soviel Eiweiß am Tag aufgenommen wird wie eigentlich nötig ist.

Besonders gute Quellen für Eiweiß sind:

  • tierische Lebensmittel: Fleisch, Fisch, Milch, Milchprodukte, Eier
  • Hülsenfrüchte: Linsen, Erbsen, Bohnen
  • Getreide: Weizen, Roggen, Haferflocken
Folgemilch

Industrielle Säuglingsnahrung wie Folgemilch und Folgenahrung trägt die Ziffer „2“ im Produkt- oder Herstellernamen. Durch den höheren Stärkeanteil ist Folgemilch sämiger, aber auch energiereicher als 1er Nahrung. Damit verbunden ist eine längere Magenverweildauer, die das Sättigungsgefühl und die Zufriedenheit bei Babys hebt.

Vielfach wird aus Kostengründen verfrüht auf Folgemilch gewechselt, aber Folgemilch ist weniger an die Muttermilch angeglichen und sollte frühestens ab dem 5. Lebensmonat gegeben werden. Ideal ist Folgemilch, wenn bereits 2 Beikostmahlzeiten die tägliche Kost erweitern. Folgemilch dient vor allem als Ersatz um vorzeitiges Füttern von tierischer Milch (Allergierisiko) zu verhindern. Die vorhandenen Produkte sind kontrolliert und unterliegen hohen hygienischen Anforderungen. Achten Sie auf kristallzuckerfreie Produkte und beachten Sie die Herstellerangaben oder Empfehlungen Ihres Kinderarztes für die Dosierung.

Folsäure

Die Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Vitamin-B-Gruppe und äußerst wichtig für die Neubildung von Zellen und die Zellteilung. Gemeinsam mit Vitamin B12 ist Folsäure essentiell für die Blutbildung und für die Blutgerinnung.

Folsäure-Mangelerscheinungen sind leider auch in unseren Breiten häufig und machen sich vor allem durch Blutarmut (unzureichende Bildung roter Blutkörperchen) und Verdauungsstörungen bemerkbar. Letztere führen zu einer unzureichenden Versorgung mit weiteren Nährstoffen und latente Mangelerscheinungen wie Depression, Vergesslichkeit oder Schlafstörungen treten auf.

Folsäuremangel in der Schwangerschaft kann zu Missbildungen des Kindes führen. Eine Supplementierung oder zumindest folsäurereiche Ernährung wird deshalb in der Schwangerschaft prinzipiell empfohlen.

Beschwerden durch Folsäure Überdosierungen sind nicht bekannt. Es wird jedoch davon abgeraten, große Mengen an Folsäure zu sich zu nehmen, da damit ein Vitamin-B12-Mangel verdeckt werden kann.

Lebensmittel mit hohem Folsäure-Gehalt sind: grünes Blattgemüse, Kopfsalat, Fisolen, Spargel, Weißkraut, Spinat, Vogerlsalat, Brokkoli, Kohlsprossen, Marillen, Vollkornprodukte, Nüsse, Milch, Leber, Eier.

Folsäure ist sehr sensibel und erleidet bei der Lagerung und Verarbeitung in der Küche hohe Verluste (50 – 90 %) durch Empfindlichkeit gegen Licht, Sauerstoff und Hitze. Außerdem wird sie aufgrund ihrer guten Wasserlöslichkeit leicht ausgewaschen. Daher empfiehlt sich Gemüse und Salat im Dunkeln zu lagern, nur kurz zu waschen. Speisen sollten am besten nur kurz gedünstet und nicht lange warm gehalten werden.

Gluten, glutenfrei

Gluten ist die Bezeichnung für das Klebereiweiß im Getreide, welches für die Beurteilung der Backfähigkeit herangezogen wird. Normalerweise ist Gluten harmlos und wird wie jedes andere Eiweiß einfach verdaut. 1-4 Kinder von 1000 haben die Veranlagung Gluten nicht zu vertragen. Diese Gluten-Unverträglichkeit wird im Säuglings- oder Kleinkindalter Zöliakie und im Erwachsenenalter Sprue genannt. Bei unerkannter Erkrankung wird ein Großteil des Darmes zerstört und die lebenswichtigen Bausteine aus der Nahrung werden nicht aufgenommen. Betroffene Kinder sind stark unterversorgt und magern bei vollem Bauch ab. Für eine Entlastung des Darms muss in diesem Falle glutenhältiges Getreide lebenslang gemieden werden.

Zöliakie ist eine Erbkrankheit und relativ selten. Kinderärzte empfehlen eine glutenfreie Ernährung für die ersten 6 Lebensmonate. Spätestens ab dem 9. Lebensmonat sollte glutenhaltiges Getreide Bestandteil der Nahrung sein, um etwaige Reaktionen des Kindes feststellen zu können. Später sind Symptome oft zu schwach ausgeprägt und eine Zöliakie bleibt lange unentdeckt.

Gluten ist enthalten in Mehl, Stärke, Getreideflocken und Grieß aus Dinkel, Gerste, Hafer, Roggen, Weizen und Grünkern. Brot und Backwaren (Biskotten, Kekse) enthalten ebenso Gluten.

Glutenfrei sind: Hirse, Mais, Reis, Amaranth, Quinoa, Buchweizen, Maroni, Kartoffel

Reis

Reis stellt heute für die Hälfte der Weltbevölkerung das Grundnahrungsmittel dar. Seit Jahrtausenden wird er in Asien kultiviert und hat sich auf der ganzen Welt verbreitet.

Es gibt ca. 8.000 Sorten Reis, bei uns ist er hauptsächlich als Langkorn-, Rundkorn- oder Mittelkornreis im Handel. Basmati-Reis oder Jasmin-Reis sind besonders aromatische, duftige Reissorten aus den Bergregionen Indiens bzw. aus Thailand. Reis ist glutenfrei, leicht verdaulich und deshalb als erstes Getreide für Ihr Kind sehr gut geeignet.

Reisflocken oder Reisschleim können allerdings eine bestehende Verstopfung verstärken.

Tellerfertig

Himmeltau Produkte sind „tellerfertig“, d.h. durch spezielle Erhitzungsverfahren sind Flocken und Grieß bereits vorgekocht und aufgeschlossen.

Das bedeutet Zeitersparnis bei der Verarbeitung. Himmeltau tellerfertige Produkte müssen weder gekocht werden noch lange quellen. Die gewünschte Menge einfach auf dem Teller oder in der Schüssel mit der angegebenen Menge warmer oder heißer Flüssigkeit (Milch, Wasser, Folgemilch) vermischen und fertig ist der Brei.

Ein weiterer Vorteil ist die hohe Qualität und ausgewogene Nährstoffzusammensetzung. Durch die Vorbereitung sind die Flocken- und Grießprodukte besonders gut verträglich und bekömmlich. Bekömmliche Nahrung wird gut verdaut und die Nährstoffe sind in hohem Maße verfügbar. Die Anreicherung mit Eisen, Calcium und Vitaminen macht die Produkte zusätzlich wertvoll.

Vanille, Vanillin

Vanille ist die Kapselfrucht einer kletternden Orchidee aus den Tropen. Die Trocknung ist sehr aufwändig und trägt zum hohen Preis des Gewürzes bei. Durch diesen Verarbeitungsprozess wird das in der Fruchtschale befindliche Vanillinglykosid in Glucose und Vanillin gespalten, welches sich dann kristallin in und auf der Fruchtschale niederschlägt.

Diese „Echte Vanille“ hat einen intensiven Duft und ihr exotisches, warmes Aroma ist unvergleichlich.

Der größte Teil industriell gefertigter „vanillehaltiger“ Produkte enthält jedoch keine echte Vanille, sondern das wesentlich billigere synthetische Vanillin – die Hauptkomponente (aber eben nicht die einzige Komponente) des Vanillearomas.

Vitamin B1 (Thiamin)

Vitamin B1 ist ein wasserlösliches Vitamin und übernimmt im Körper wichtige Aufgaben im Kohlenhydrat- und Energiestoffwechsel. Darüber hinaus ist es für die Nervenerregung und Reizweiterleitung von Bedeutung.

Ein Vitamin B1 Mangel äußert sich in Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Herzbeschwerden, Konzentrationsmangel, allgemeine Reizbarkeit, Depressionen sowie Wadenkrämpfen. Die bekannteste Mangelerkrankung ist Beriberi, eine Störung der Nervenfunktionen und Muskelschwund.

Verschiedene Faktoren wie Alkohol, Gerbsäure in Schwarztee und Kaffee, Schwefel als Konservierungsmittel, Hitze und Kochwasserverluste verschlechtern die Vitamin-B1-Versorgung. Antibiotika, Sulfonamide und Östrogenpräparate können den Vitamin-B1-Spiegel senken. Überdosierungen mit Vitamin B1 sind nicht bekannt.

Reich an Vitamin B1 sind: Schweinefleisch, Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Leber, Eier, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Erbsen).

Vitamin B1 wird durch Hitze und Sauerstoff leicht zerstört, dadurch sind die Verluste bei der Nahrungszubereitung oftmals sehr hoch (ca. 30 %).

Vitamin C (Ascorbinsäure)

Vitamin C ist ein wasserlösliches Vitamin mit vielen wichtigen Aufgaben in unserem Körper. Der Mensch hat im Laufe der Evolution seine Fähigkeit zur Eigenbildung von Vitamin C verloren. Es muss also mit der Nahrung aufgenommen werden. Eine ausreichende Vitamin C Zufuhr sorgt für gesunde Haut, Knochen, Knorpel, Zähne und Zahnfleisch. Eine bedeutende Rolle spielt Vitamin C auch bei der Heilung von Wunden und Verbrennungen, bei Entgiftungsreaktionen und als wirksames Antioxidant (Radikalfänger). Vitamin C unterstützt zusätzlich die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln.

Ein Vitamin-C-Mangel kommt heute kaum noch vor. Mangelsymptome sind Erschöpfung, Gelenk- und Gliederschmerzen, Leistungsabfall, Blutungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches, schlechte Wundheilung, Infektanfälligkeit und - im Extremfall - Skorbut.

Normalerweise sind hohe Dosen an Vitamin C nicht schädlich. Es kann aber zur Zerstörung von Vitamin B12 in Lebensmitteln kommen, wenn es zusammen mit diesen aufgenommen wird und bei Veranlagung die Nierensteinbildung fördern. Außerdem wirkt es in hohen Dosen abführend.

Frisches Obst und Gemüse ist die beste Quelle für Vitamin C. Besonderes reichhaltig sind: Schwarze Johannisbeeren, Zitrus- und Sanddornfrüchte, Paprika, Fenchel, Kartoffeln und Kohlgemüse.

Vitamin C ist relativ empfindlich gegen Hitze und reagiert empfindlich auf Luftsauerstoff. Deshalb sollten Vitamin-C-haltige Lebensmittel schonend gegart und kurz gelagert werden. Durch Lagerung, starkes Wässern und lange Garzeiten geht ein Großteil des Vitamins verloren.

Vitamin D (Calciferol)

Vitamin D ist ein Sammelbegriff für mehrere Verbindungen mit Vitamin-D-Wirkung: Die Wichtigsten sind das in den Pflanzen vorkommende Vitamin D 2 (Ergocalciferol), sowie das in tierischen Produkten enthaltene Vitamin D 3 (Cholecalciferol). Beide Vitamine haben die gleiche biologische Wirksamkeit und sind für die Aufnahme von Calcium und Phosphor und damit für gesunde Knochen und Zähne wichtig. Ein Mangel an Vitamin D führt langfristig zu Knochenerweichung (Osteomalazie) bei Erwachsenen oder zu Rachitis bei Kindern.

Vitamin D ist das einzige Vitamin, das der Körper selbst unter Einfluss von UV-Licht auf unserer Haut herstellen kann. Die Vitamin D Versorgung durch Sonneneinstrahlung beträgt nach Schätzungen 80 bis
90 %. Zehn Minuten intensive Sonne auf Gesicht und Hände täglich reicht aus.

Vitamin D-reiche Lebensmittel wie Fisch, Käse und Eier ergänzen die Vitamin-D-Versorgung, der Hauptteil wird aber durch die körpereigene Produktion gewährleistet.

Vollmilch

Bevor es industrielle Säuglingsmilch gab, wurde häufig verdünnte Kuhmilch als Muttermilch-Ersatz verwendet. Manchen erscheint es heute noch nahe liegend, Kuhmilch statt teurer Säuglingsnahrung zu verwenden. Die Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung lehnt tierische Milch zur Zubereitung von Milchmahlzeiten in den ersten sechs Lebensmonaten generell ab.

Ab dem 2. Halbjahr können kleine Mengen Vollmilch oder Rahm dann gegeben werden, wenn bereits Säuglingsmilchnahrung auf Kuhmilchbasis gegeben und gut vertragen wird.

Bei erhöhtem Allergierisiko sollten Sie in den ersten 12 Monaten KEINE Vollmilch verwenden!

Kuhmilch hat im Vergleich zu Muttermilch eine höhere Eiweiß- und Mineralstoffmenge, welche belastend für die Niere des Kindes ist. Gleichzeitig enthält Kuhmilch zuwenig wichtige Fettsäuren, Vitamin C, E und Eisen. Industrielle Folgemilch und Säuglingsnahrung ist perfekt auf die Bedürfnisse Ihres Kindes abgestimmt.

Weizen

In unseren Breiten ist Weizen die wichtigste Getreidesorte. Brot und Nudeln aus Weizenmehl sind die Basis für unsere Ernährung. Als Futtermittel stellt Weizen eine bedeutsame Nahrungsquelle für unsere Nutztiere dar. Aufgrund des Allergie-Potentials sollte Weizen erst relativ spät für die Säuglingsnahrung herangezogen werden.

Als Alternative bietet sich z.B. Hafer mit seiner ausgewogenen Fettsäure-Zusammensetzung und seinem hochwertigen Eiweiß an.